Willkommen auf den Seiten der Grazer Jagdhornbläser, einer „gemischten“ Jagdhornbläsergruppe in Graz.

Das Jagdhorn ist ein fester Bestandteil der jagdlichen Tradition. Auch wenn seine Bedeutung in Zeiten des Mobiltelefons bei Gesellschaftsjagden deutlich abgenommen hat, unterstützt es nicht nur den Jagdbetrieb, sondern umrahmt auch bei der Streckenlegung den Moment der Erbietung der letzen Ehre. Zwar sind nicht jedem Jäger alle Totsignale geläufig, trotzdem zeigt sich Dankbarkeit bei den Jagdkammeraden wenn nach erfolgreicher Jagd das erlegte Stück ordentlich verblasen wird. Neben den Totsignalen für die einzelnen Wildarten gibt es auch allgemeine Signale, wie z.B. “Zum Essen” für den Schüsseltrieb, “Sammeln der Jäger”, “Jagd vorbei”. Zusätzlich zu den Signalen hat der geübte Jagdhornbläser auch Jägermärsche und andere Stücke wie z.B. den Landler im Repertoire.

In unseren Breiten bläst man primär am “Fürst-Press-Horn” und am “Parforce Horn”, auch kleines und grosses Horn genannt. Beide sind im jagdlichen Gebrauch meistens in der Grundstimmung “B” gestimmt. Auch “Es” findet Verwendung, erfordert aber deutlich mehr Übung. Das kleine Horn ist etwas schrill und ähnelt dem Klang einer Trompete. Benannt wurde es nach Hans Heinrich XI., Fürst von Pless, dem Oberstjägermeister unter den Kaisern Wilhelm I. und Wilhelm II. Es wurde primär als Signalhorn erdacht. Man kann darauf im Regelfall fünf Naturtöne blasen. Mit einem guten Ansatz schafft man noch ein bis zwei Töne mehr. Das „grosse Horn“ (Parforce-Horn) erlaubt im Regelfall das Blasen von 12 Tönen. Als Mundstück verwendet man beim Plesshorn bevorzugt jenes des Flügelhorns, ein Trompetenmundstück ist weniger geeignet. Am Parforce-Horn gibt es eigene Mundstücke, alternativ kann man auch ein Waldhornmundstück verwenden. Wer schon Blech bläst und auf den jeweiligen Instrumenten einen guten Ansatz trainiert hat, dem wird es also sehr leicht fallen auch den Jagdhörnern wohlklingende Töne zu entlocken.

In Graz hat sich 2016 um den Jagdhornlehrer Peter Paul Maierhofer eine neue Jagdhornbläsergruppe gebildet, die “Grazer Jagdhornbläser”. Mit etwa einem dutzend Bläsern auf beiden Hörnern (“gemischt”) umfasst das Repertoire derzeit etwa 35 Stücke. Neben diversen Auftritten wie am Landesjägertag 2017 und am Grazer Bezirksjägertag 2018 wurde zuletzt beim Aufsichtsjägertag in Stübing die Messe gemeinsam mit befreundeten Gruppen aus Slowenien und Österreich umrahmt. Weiters gab es eine Jagdhornvorführung mit diversen Signalen und Märschen. Besucher des Freilichtmuseums hatten ebenso die Möglichkeit unter fachkundiger Anleitung erste Erfahrungen am Jagdhorn zu sammeln. Spontan wurde gruppen-übergreifend in verschiedenen Konstellationen gemeinsam geblasen. So war auch das gemeinsame musizieren mit Familie Weinzerl eine besondere Ehre. Der Jagdhornreferent Thomas Weinzerl von Weidwerk mit Zukunft und seine Familie sind allesamt ausgezeichnete Musiker von besonders hohem Niveau.

Es wäre toll wenn sich mehr Jäger am Jagdhorn üben würden. Auch als Jungjäger mit beschränkten jagdlichen Möglichkeiten wird man in einer Jagdhornbläsergruppe auch leichter jagdlichen Anschluss finden. Es erfordert Fleiss und Ausdauer, aber es lohnt sich. Diese jagdliche Tradition sollten wir uns unbedingt bewahren. Jede Jagdhornbläsergruppe freut sich sehr über fleissigen “Nachwuchs”. “Horn auf! Blast an!”